top of page


Angst sieht nicht immer aus wie Angst
 

Wenn Sie an Angst denken, denken Sie vermutlich an Panik. An jemanden, der nicht in den Aufzug steigt oder das Haus nicht verlässt.

So sieht es bei vielen nicht aus.

​

Es sieht eher so aus: Sie denken Dinge zu Ende, bevor sie eintreten. Sie bereiten sich gründlicher vor als nötig – und was für Ihre Umgebung nach Sorgfalt aussieht, ist von innen ein Absichern. Sie merken an einem Tonfall in einer Mail, dass etwas nicht stimmt, und der Gedanke bleibt den Nachmittag über da.

​

Vielleicht ist es auch körperlich. Ein Druck auf der Brust ohne Anlass. Ein Herz, das schneller schlägt, während Sie in einer Besprechung sitzen und nichts Besonderes geschieht. Der Kiefer, der morgens verspannt ist.

​

Und es kann ebenso gut sein, dass Sie das alles gar nicht bemerken, weil es normal geworden ist. Dass Ihnen erst auffällt, wie hoch die Grundspannung war, wenn sie einmal nachlässt.

​


Angst - Was dahintersteckt
 

Angst ist zunächst kein Fehler, sondern eine Funktion. Ein System, das prüft, ob etwas gefährlich ist, und das den Körper vorbereitet, bevor der Verstand entschieden hat.

​

Bei manchen Menschen ist dieses System nicht überaktiv im Sinne von häufig – es ist heftig. Es springt schneller an und braucht länger, um zurückzugehen. Nach außen sieht das nach Wachsamkeit, Verantwortungsbewusstsein und hoher Verlässlichkeit aus. Deshalb wird es selten als Problem erkannt, oft sogar belohnt.

​

Der Preis fällt an anderer Stelle an: Abends geht die Anspannung nicht weg. Erholung erholt nicht. Und Stillsitzen ist unangenehmer als Weiterarbeiten.

​


Warum Verstehen nicht reicht
 

Die meisten Menschen, die deshalb zu mir kommen, haben sich damit befasst. Manche waren in Therapie und können ihre Muster genau benennen. Manche kennen die Fachbegriffe besser als ihr Umfeld.

 

Und trotzdem ändert sich nichts.

​

Das liegt nicht an mangelnder Einsicht. Einsicht und Regulation sind zwei verschiedene Systeme. Verstehen entsteht im denkenden Teil des Gehirns – die Angstreaktion läuft woanders, schneller, und sie fragt nicht nach Argumenten.

​

Bei sehr reflektierten Menschen kommt etwas hinzu, das schwer zu durchbrechen ist: Aus jeder Technik wird eine weitere Aufgabe. Die Übung wird zur Pflicht, die Pflicht erzeugt Anspannung, und irgendwann überwachen Sie, ob die Entspannung funktioniert. Das Bemühen um Ruhe wird zum Hindernis für Ruhe.

​


Studienlage zu Hypnose bei Ängsten
 

​Eine Metaanalyse von Valentine und Kollegen (2019) fasste siebzehn kontrollierte Untersuchungen zusammen. Das Ergebnis: Die durchschnittliche hypnotherapeutisch behandelte Person verbesserte sich stärker als etwa 79 Prozent der Vergleichsgruppe. Bemerkenswert dabei ist, dass der Effekt bei den Nachuntersuchungen nicht abnahm, sondern eher zunahm.

​

Besonders aufschlussreich ist eine zweite Forschungslinie. Ramondo und Kollegen (2021) untersuchten in einer umfangreichen Metaanalyse mit 48 Studien und fast 2000 Teilnehmenden, was geschieht, wenn kognitive Verhaltenstherapie um hypnotische Arbeit ergänzt wird. Die Kombination war der Verhaltenstherapie allein überlegen – und der Vorsprung fiel in der Nachuntersuchung deutlicher aus als direkt nach der Behandlung.

Das entspricht dem, was ich in der Praxis beobachte: Was in Trance verändert wird, muss nicht durch Wiederholung aufrechterhalten werden. Es arbeitet weiter.

​

Eine Beobachtung aus der Metaanalyse von Valentine ist für viele Menschen zusätzlich relevant: Ein erheblicher Teil derjenigen, die unter Angstsymptomen leiden, erfüllt die Kriterien einer diagnostizierten Angststörung gar nicht. Für diese Gruppe gibt es vergleichsweise wenige Angebote – und genau dort arbeite ich häufig.

​

Quellen: Valentine, Milling, Clark & Moriarty (2019), International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis67(3) · Ramondo, Gignac, Pestell & Byrne (2021)

​


Wie wir vorgehen
 

Wir arbeiten nicht daran, dass Sie sich Ihre Sorgen besser ausreden können. Das können Sie vermutlich schon, und es hilft nicht.

​

Wir schauen zuerst, wann und wie Ihr System anspringt – und, was ebenso wichtig ist, wie lange es braucht, um wieder herunterzukommen. Häufig zeigt sich dabei ein Muster, das vorher nicht sichtbar war.

​

In Trance arbeiten wir dann nicht mit besseren Argumenten, sondern an der denkenden Ebene vorbei, die bei Ihnen ohnehin gut trainiert ist. Der Körper macht eine Erfahrung, die er anschließend leichter wiederfindet.

​

Ihre Genauigkeit ist dabei kein Hindernis. Sie ist in dieser Arbeit brauchbar.

​


Rahmen - Ablauf, Dauer, Kosten
 

Wir beginnen mit einem kostenfreien Kennenlerngespräch von etwa 10 bis 15 Minuten am Telefon. Keine Anamnese, keine Vorgeschichte – wir klären, ob es passt.

​

Danach folgen in der Regel sechs bis zwölf Sitzungen. Nach der dritten lässt sich meist gut einschätzen, wohin es geht. Die Preise können Sie hier einsehen.

​

Zögern Sie nicht und vereinbaren Sie ein unverbindliches Kennenlerngespräch.

​​​


Weitere Angebote
 

1

Nicht immer lassen sich körperliche Symptome wie Schmerzen, Schwindel oder Verdauungsstörungen auf eindeutige Ursachen zurückführen. 

In der Psychosomatik betrachten wir uns die Wechselwirkung zwischen Psyche (Seele) und Soma (Körper); bzw. den Dialog zwischen Seele und Körper:

Geh Du vor, sagt die Seele zum Körper, auf mich hört er nicht. Vielleicht hört er auf Dich.

Ich werde krank werden, dann wird er Zeit für dich haben,

sagt der Körper zur Seele. (Ulrich Schaffer)

​

​​

​

​

​

2

Depressionen gehören neben den Angsterkrankungen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. In Deutschland erkranken pro Jahr rund 5 Mio. Menschen an einer depressiven Störung. Es gibt Hinweise dafür, dass die Häufigkeit insbesondere leichterer Depressionen stetig zunimmt und dass sich das Ersterkrankungsalter so verlagert, dass auch immer mehr jüngere Menschen betroffen sind. Dieses Phänomen wird mit veränderten Lebensbedingungen wie veränderten Familienstrukturen, erhöhten Leistungsanforderung usw. in Zusammenhang gebracht. 

​​

​

​

​

3

Nachts wachzuliegen und zu spüren, wie der Kopf unaufhörlich weitermacht, ist eine Erfahrung, die fast jeder kennt. Wenn es draußen still wird, schaltet das Gehirn oft keineswegs ab; stattdessen beginnen Gedanken, To-Do-Listen und emotionale Themen des Tages in einer Dauerschleife zu kreisen. Verantwortlich dafür sind unter anderem biologische Prozesse wie der sogenannte Schlafdruck und unser innerer Biorhythmus, die aus dem Takt geraten können, während der Kopf im aktiven Verarbeitungsmodus festhängt. Die Befürchtung, nicht schlafen zu können, erzeugt dabei zusätzlichen Druck – ein Teufelskreis, der das Nervensystem in Alarmbereitschaft hält und das ersehnte Einschlafen blockiert.​​​

​​​

bottom of page